Adolf Sauerland: Das politische Aus ist besiegelt
Noch immer sitzt der Schock selbst bei unbeteiligten Bürgern sehr tief. Die Love Parade mit ihrem schrecklichen Ausgang hat ihre Spuren hinterlassen. Aus der ausgelassenen Techno Parade wurde ein Desaster, verursacht durch Selbstüberschätzung, Gleichgültigkeit und absolute Fehlplanung seitens der Organisatoren. Zu diesen Organisatoren gehört auch Oberbürgermeister Adolf Sauerland, dem als einzig logische Konsequenz schon von vielen Seiten der Rücktritt nahe gelegt wurde. Sein Kopf soll rollen, zumindest auf politischer Ebene wird es für den bisher beliebten OBM kein Land mehr geben, auf dem er sich aufhalten kann. Nicht einmal aus den eigenen Reihen in der CDU erhält der Bürgermeister noch Rückendeckung. Noch vehementer fordern die anderen Parteien seinen Rücktritt.
Diesen Rücktritt weist Adolf Sauerland mit aller Kraft von sich. Er wird niemals selbst seinen Stuhl räumen. Allerdings zeigte er sich bereit, sich dem Verfahren der Abwahl zu stellen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Würde Sauerland in seiner Funktion als Oberbürgermeister zurücktreten, hätte das die Folge, dass er keine Altersbezüge aus dieser Position erhalten würde. Das wäre in finanzieller Hinsicht ein Debakel für den Mann, der ansonsten nur die Rente aus seiner Laufbahn als Berufsschullehrer hätte, die er aber nur 20 Jahre ausübte. Hier ist zudem noch nicht ganz sicher, ob er diese Rente überhaupt erhalten würde. Bei einer Abwahl bekommt der Politiker die vollen Altersbezüge. Das allein macht wohl die Entscheidung fest, dass Sauerland nicht daran denkt, aus freien Stücken seinen Stuhl zu räumen, sondern sich dem Abwahlverfahren zu stellen. Der Druck auf den Politiker ist sehr groß, auch wenn er sicherlich nicht der einzige Verantwortliche für die Toten und Verletzten, die Trauer und das Entsetzen der letzten Love Parade in der Geschichte war.